pygmäen

Der Name „Pygmäe“ kommt aus dem Griechischen und heißt „faustgroß“. Das ist natürlich übertrieben, Babinga sind knappe anderthalb Meter groß. In Hinterindien und auf den Philippinen sind ebenfalls Zwergmenschen beheimatet, doch der Name Pygmäen wird nur für das Zwergvolk des zentralafrikanischen Regenwaldes verwendet. Die Negroitovölker Asiens und Indiens gehören genetisch nicht zu den afrikanischen Zwergmenschen. Schon Aristoteles bezeichnete nur die afrikanischen Zwerge, die an den Seen oberhalb Ägyptens beheimatet waren, wo der Nil entspringt, als Pygmäen. So hielt es auch Schweinfurt, der Wiederentdecker der kleinen Menschen.
Schon früher gliederten die afrikanischen Neger die Pygmäen in soziale Verbände, um die kleinen Menschen in steter Abhängigkeit zu halten. Am Ituri-Fluss, so schreibt Schebesta, waren die Pygmäen aber immer so zahlreich, dass es den Negern trotz aller Bemühungen nicht gelang, sie auszurotten oder ihre Rassenreinheit und angestammte Lebensweise zu zerstören. Nur die Sprache scheinen die Pygmäen überall eingebüßt zu haben, da sie heute nur solche Mundarten sprechen, die schwarzafrikanisch sind.
Den Kern aller zentralafrikanischen Pygmäen bildeten die Ituri-Bambuti. Sie bevölkerten früher vermutlich den ganzen zentralafrikanischen Regenwald, das Gebiet vom Ruwenzori-Gebirge und Albert-See im Osten bis zum westlichen Gabun und der heutigen Republik Kamerun. In diese Gebiete eingedrungene afrikanische Stämme haben die einzelnen Pygmäen Stämme in Laufe Tausender von Jahren ihrem System angeglichen, andere wieder machten sich keine Gedanken, die Zwergvölker auszurotten.
Die Ituri-Pygmäen teilte Schebesta in drei Stämme auf. Die Efe im östlichen, die Basua im südlichen und die Atchua oder Aka im nordwestlichen Ituri-Wald, wobei alle drei Gruppen zusammen Bambuti heißen. In den Wäldern südwestlich des Kivu-Sees leben die Batwa-Pygmäen und im Kongobecken südöstlich des Leopold-Sees die Bachwa. Diese haben aber durch die Vermischung mit Waldnegern viel von ihrer Eigenart eingebüßt.
Ethnologisch werden diese Pygmäen unter der Bezeichnung Pygmoide oder Bambutoide geführt. Diese Benennung bringt ihren Mischcharakter zum Ausdruck. In Gabun und Kamerun lebten noch vor einigen Jahrzehnten Reste echter Pygmäen. Doch auch die Babinga, die man hier entdecken kann, werden sich immer tiefer in den Urwald zurückziehen müssen, wollen sie die nächsten Jahrzehnte ihre Sitten und Gebräuche beibehalten.
 
Interessanter Link: www.pygmies.info
beim kochen
pygmäen familie
pygmäen jäger

Weitere Infoseiten: Algerien - Kamerun - Kongo-Brazza