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Libreville glich lange Zeit hindurch einem großen Marktfleck. Eine Reihe von Dörfern umgab die Hauptstadt, welche die unzähligen Hügel und Hänge bunt durcheinander gewürfelt bedeckten. Dicht ans Ufer geschmiegt, von dem man nicht genau weiß, ob es noch zur Comomündung oder schon zum Atlantik gehört, begnügte sich das Libreville des Handels und der Verwaltung, völlig mit dem Platz zwischen der Mole seines kleinen Hafens, den die Kathedrale Sainte Marie überragte, und dem Glassviertel. Das Wesentlichste der Stadt war auf noch kleinerem Raum, dem Plateauviertel zusammen- gedrängt. Dieses glich einem Rechteck aus sich mehr oder weniger rechtwinklig geschnittenen Straßen, deren Namen man weniger kannte, als den ihrer Geschäfte und Bewohner. Die Stadt war nur einige hundert Meter breit und war im Westen von der schönen Promenade gesäumt, die sich mit den Küstenumrissen vermählt und sich dann unter den Kokospalmen, Flammenbäumen und insbesondere den nicht sehr hohen Benzoebäumen, verliert. Weiter im Norden führt die Promenade zum Flugplatz, im Süden biegt sie von der Küste nach Osten zum Reitklub und Golfplatz ab. Damals führte noch eine Piste in den Süden nach Owendo, welches vor dem Bau der Eisenbahn keine große Bedeutung hatte.
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Die europäischen, oft ebenerdigen Häuser haben noch heute nie mehr als zwei Stockwerke. Die zahlreichen noch von der Gründung der Stadt herstammenden Häuser sind ganz aus Holz und die oben liegenden Zimmer gehen auf eine breite, mit sich nach oben öffnenden Holzläden verschließbaren Galerie, welche die Sonnenstrahlen und den Regen abhalten soll.Das Wort „Gabun“ soll von einem Ausruf portugiesischer Seeleute herrühren, die über die Ähnlichkeit der Comomündung mit dem Ärmel eines Regenmantels erstaunt waren. Noch heute ist man von der gewaltigen Flussmündung erstaunt, ob man nun im Schiff oder Flugzeug nach Libreville kommt.Wenig weiß man, weshalb die M’Pongwekönige eher den Franzosen als den Engländern, die sie beide genausgut kannten, das Recht einräumten, sich bei ihnen niederzulassen. Ein Nachkomme des Königs Denis behauptet, dass die Einfachheit der französischen Flagge im Vergleich zur Union Jack ausschlaggebend gewesen sei. Auf dem Marienhügel erbauten die Franzosen das Fort Aumal. Im Gegensatz zu fast allen an der afrikanischen Küste errichteten Festungen, die mehr oder weniger in Gefängnisse für Sklaven umgewandelt wurden, war dieses Fort ein Stützpunkt für Seeleute, die den Auftrag hatten, die Sklavenhändler zu verfolgen, unter anderem die des Schiffes Elizia mit 150 Sklaven gabunesischer Herkunft an Bord. Aus unerfindlichen Gründen schichte die Verwaltung jedoch diese Armben bis hinauf in den Senegal, anstatt sie in Gabun an Land zu setzen. Genauso unerklärlich ist die Tatsache, dass die Kolonialbehörde von der Insel Gorée darauf bestand, diese freien Menschen zurückzubehalten. Auf jeden Fall wurden zum Schluss nur 53 Männer, Frauen und Kinder an der Comomündung auf freien Fuß gesetzt. 1849 wurde ihnen der Grund und Boden vermacht, auf de sie die Stadt gründeten, die man ihnen zu Ehre Libreville nannte. Es ist nur dem Namen nach eine Stadt. Es handelt sich vielmehr um ein paar Häuser, mitten in den Ländereien des Königs Louis, im Schatten des Fort und der Mission Sainte-Marie. Im Norden wie im Süden befinden sich verstreut winzige Königreiche, aus denen später die Stadtviertel wie Quaben, Glass und Baraka entstanden. Die Siedlungen waren noch völlig vom Urwald umgeben in dem ungestört Löwen, Panther, Elefanten, Affen und Schlangen lebten.1850 entwirft der Pionieroffizier Oberst Parant einen Stadtplan, der eine erste Umwandlung vorbereitet. Vor dem Anlegeplatz gegenüber Sainte-Marie und den nach Süden hin am Meer entlang errichtete man Kasernen, Geschäfte, Schmiedewerkstätten und Handelsniederlassungen. Das Fort d’Aumale wurde aufgegeben, man richtete sich in einem neuen Gebäude im äußersten Norden des Plateau ein, das später der Sitz des ersten Präsidenten der Republik Gabun wurde. |
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