lederschildkröten

Lederschildkrote1

Gabuns ausgedehnte Sandstrände sind heute die grössten Brutplätze der selten gewordenen Lederschildkröten. Hierher, an die westafrikanische Atlantikküste kommen zwischen Januar und März die Weibchen der grössten Schildkrötenart, um ihre Eier abzulegen. Staatliche Behörden und Umweltaktivisten bemühen sich um den Schutz der gewaltigen Meeresamphibien. Lederschildkröten, kurz Ledernacken genannt, leben fast ausschliesslich im Meer. Sie können bis zu drei Meter lang werden und bringen bis zu 850 Kilogramm auf die Waage. Am Erscheinen der Schildkröten lässt sich erkennen, dass Strände und Küstengewässer noch sauber und unbedenklich sind. Alle drei bis vier Jahre machen siech Lederschildkröten von überall her auf den Weg zur afrikansichen Atlantikküste.

Pointe Pongara, östlich von Gabuns Hauptstadt Libreville, gehört zu ihren bevorzugten Brutplätzen. In höchstens der Hälfte der rund 120 Eier, die ein Weibchen in den Sand legt, wächst Nachwuchs heran. Und obwohl die geschlüpften Winzlinge sich unverzüglich auf den Weg ins rettende Meer machen, schafft es kaum jede zweite Jungschildkröte bis um Wasser. Die übrigen werden von Seevögeln gefressen. Auch wenn die Natur nicht eben sanft mit en schwimmenden Riesen umgeht, haben erst die Menschen ihren Bestand wirklich dezimiert, so dass sie heute i den bedrohten Tierarten gehören. Trotz Fangverbote ist der illegale Handel mit Lederschildkröten und ihren Eiern weiterhin ein lohnendes Geschäft. Auch grosse Öllachen in der Umgebung von Erdölbohrstellen in Küstengewässern, Plastikmüll und Fangschiffen, in deren Netzen sie sich verheddern und ertrinken, machen den grossen Schildkröten das Überleben schwer. Männliche Tiere gehen nie an Land, und Weibchen bleiben nur wenige Stunden am Strand, um ihre Eier abzulegen. Dennoch sind die Menschen ihr gefährlichster Feind.

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Die Weibchen unternehmen nur wenige Male in ihrem Leben den mühsamen Gang an Land, um am Strand ihre Eier in einer Grube im Sand zu vergraben. Obwohl sie sich im Wasser anmutig und schnell bewegen, sind sie an Land schwerfällig und langsam. Mühevoll müssen sie bis zu 500 Kilogramm mit den Flossen vorwärts stemmen – eine beeindruckende Leistung.
Ist die Grube mit den Hinterflossen gegraben und die ersten etwa Tischtennisball großen Eier gleiten in das Nest, lässt sie sich nicht mehr stören. Dann kann man sie vermessen und ihr problemlos den Gurt mit dem Satelliten-Sender anlegen. Wenn sie die letzten Eier gelegt hat, bedeckt sie sie mit Sand, so dass von der Grube nichts mehr zu sehen ist. Dann macht sie sich wieder auf den Weg zurück ins Meer. Das Ausbrüten der Eier überlässt sie der Sonne. Am Morgen zeugen nur noch ihre Spuren im Sand von ihrem Landgang.

Alle Meeresschildkröten sind in ihren Beständen gefährdet und daher sowohl durch innerstaatliche Gesetze als auch internationale Konventionen, wie zum Beispiel das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, streng geschützt. Durch die moderne Zivilisation sind die ehemals umfangreichen Bestände an Meeresschildkröten stark dezimiert worden. Wenn die Tiere zur Eiablage die Strände aufsuchen, sind sie und ihre Gelege besonders gefährdet. Die Bejagung der weiblichen Tiere, das Einsammeln der Eier, die kommerzielle Nutzung der Schildkrötenpanzer sowie die rücksichtslose Erschließung von Stränden sind dafür verantwortlich, dass die Meeresschildkröten vom Aussterben bedroht sind. In den letzten Jahren ist auch der Beifang zu einer immer größeren Bedrohung geworden. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich mehr als 250.000 Tiere ungewollt in den Netzen der Fangflotten sowie an den Leinen der kommerziellen Langleinen-Fischerei landen und verenden. Daneben gefährdet die zunehmende Meeresverschmutzung ihr Überleben. Lederschildkröten können zum Beispiel den im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer 'Leibspeise', den Quallen, unterscheiden. Immer wieder verenden sie an unverdaulichen Plastiktüten.

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