kirche st michel

ST MICHEL FRONTAL 02
Kirche Saint Michel de N’Kembo
Libreville

Der Gottesdienst, der am Sonntagmorgen in der Kirche Saint-Michel gefeiert wird, zieht viele Gläubige, aber auch Ungläubige an. Die Kirche selbst hat nichts der modernen europäischen Architektur zu verdanken, obwohl sie neu ist. Sie wurde nämlich erst 1961 gebaut. Die 31 Holzsäulen, die von einem blinden Künstler mit Skulpturen verziert wurden, stellen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar. Bemerkenswert ist der naive Stil voller Kraft und Phantasie. Wenn die Säulen auch in erster Linie als Dachstützen und leichte Gitter, die von überall die Luft durchziehen lassen, dienen, so bieten sie gemäß der großen afrikanischen Tradition, wo es Kunst um der Kunst willen nicht gibt dem Pfarrer die Möglichkeit, die Katechese zu verdeutlichen. Der Andrang der Leute am Sonntag hat noch einen zweiten Grund: das Hochamt wir in einheimischer Sprache gesungen und von Liedern in M’Pongwe und von Tamtams begleitet. Nach den Aussagen mancher Leute würden die Anwesenden auch tanzen. Für Tänze kann nicht garantiert werden, aber Musik und allgemeine tiefe Inbrunst sind bestimmt anzutreffen.

Sobald man als Spaziergänger das Viertel „Les Cocotiers“ erreicht, wird ihm ein herzlicher und fröhlicher Empfang bereitet, da fast nie ein Europäer zu Fuß dahin kommt. Jeder, dem er begegnet oder den er von weitem sieht, wünscht ihm viel Glück. Man braucht nur nach Weg zu fragen und bald bieten sich Freiwillige als Führer an, sei es, weil sie sich selbst zur Kirche oder zum Markt N’Kembo begeben. Zweifellos wird es einem auf dem Weg mit der Dauer heiß, aber es ist einem auch warm ums Herz.
Nach dem Gottesdienst darf man es nicht unterlassen, über den benachbarten Markt zu gehen und hier und da am Spießchen gebratenes Fleisch, Krapfen und Obst kosten.
Säule St Michel 04
Mosaik St Michel
Säule St Michel 01